Eiberg im Winter
Nov.
30

Zur Geschichte des Klosterberghofes

30.11.2017

Der Vortrag von Christian Schlich beschäftigte sich diesmal mit dem Horster Hof Klosterberg, der unmittelbar südlich an die Bauerschaft Eiberg angrenzt. Der Name Klosterberg deutet auf den Besitzer des Bergrückens  hin, auf dem der Hof steht. Vermutlich handelt es sich bei dem „Kloster“ um die alte Benediktiner-Abtei Werden, die im Mittelalter im Essen-Bochumer-Raum stark begütert war. Seine erste Erwähnung wurde bislang immer mit dem Jahr 1319 angegeben, als sich die drei Brüder Engelbrecht, Gerhard und Hugo von der Horst das Erbe ihres Vaters mit dem Erbe auseinander setzten. Doch nach den Recherchen von Schlich gibt es eine ältere Urkunde aus dem Jahre 1289, die den Hof 30 Jahre älter werden lässt. Wie so oft im Mittelalter ging es inhaltlich in der Urkunde um die Beilegung eines Rechtsstreites, der zwischen der Witwe des Tilmann von Closterberge und dem Edelherrn Dietrich von Volmestein (1237 – ca. 1324) wegen eines Ackers im „Ulendale“ (Uhlental = Eulental) geführt wurde.  Man einigte sich darauf, dass der Acker wieder an den Hof Bockholt in Eiberg zurückgegeben wurde, den Tilmann irrtümlich wohl besessen bzw. bewirtschaftet hatte.

Mit dieser Urkunde ist der Hof bereits über 725 Jahre landwirtschaftlicher Standort. Später besaßen die Ritter von Horst den Hof zum Lehen, sodass der Hof in deren Machteinflussbereich gelangte. So bauten die Ritter schließlich eine kleine „Herrlichkeit“ auf, das sogenannte Gericht Horst, im dem sie auch Recht sprechen durften, was damals eigentlich nur den Grafen und Vögten vorbehalten war. Im Zuge dessen gelangten die Bauern des Hofes Klosterberg zu höherem Ansehen, indem sie zu Richtern des Horster Gerichtes aufstiegen. Auch in den folgenden Jahrhunderten waren die Aufsitzer des Hofes angesehene und wohlhabende Persönlichkeiten. So wunderte es nicht, dass sie 1518 als Kirchmeister der Pfarrei St. Laurentius in Steele erwähnt werden und 1559 die finanziellen Schwierigkeiten ihrer damaligen Grundherrin, der Witwe Anna von Schüren (geb. von Diepholz) auf Haus Horst, ausnutzten, um sich aus der bis dahin üblichen Eigenhörigkeit frei zu kaufen, sodass er freie Mann auf seiner Scholle wurde. Doch sollte der Glanz nicht immer anhalten.

Die männliche Linie der Klosterbergs starb zu Endes des 18. Jahrhunderts aus. Die Erbtochter heiratete einen Sohn aus einem Eiberger Hof namens Johann Dietrich Friedrichs. Dieser brachte viel Geld mit in die Ehe und konnte 1812 eine inzwischen auf 3.775 Brabanter Krontaler angestiegene Schuldenlast abstoßen. Er nannte sich gewohnheitsgemäß Friedrichs genannt Klosterberg. Seine Erben verstanden jedoch nicht zu wirtschaften. Besonders der 1841 geborene Heinrich Friedrichs gnt. Klosterberg lebte ein gutes Leben. Er war Kreistags- und Landtagsverordneter und kümmerte sich wenig um den Besitz. Als der Hof wegen Überschuldung 1882 veräußert werden musste, verschwand er in der Welt. Man hörte nie wieder etwas von ihm.  Den Hof erwarb um 1890 der Horster Landwirt Theodor Tosse aus Beule und vermachte ihn 1902 seiner Schwester, die den Bauern Köllmann in den Fünf Höfen geheiratet hatte. Zuletzt führte deren Sohn Heinrich Köllmann den Hof, der damals 113 Morgen groß war.

1939 übernahm das 1884 gegründete Franz-Sales-Haus an der Steeler Straße den Klosterberghof als Betriebsstätte. Die landwirtschaftliche Leitung des Hofes übte lange Jahre Landwirt Peter Wermelskirchen aus. Später wurde Willi Stegemann Pächter des Hofes. Ihm folgten einige andere Landwirte, bis der junge Agraringenieur Christian Goerdt auf dem Klosterberghof seine erste Festanstellung bekam und den Hofbetrieb 1992 auf ökologischen Anbau umstellte. Seit 25 Jahren führt der Hof nun das Prädikat Bioland-Betrieb mit eigenem Hofladen. Auf den landwirtschaftlichen Flächen entstanden außerdem die Werkstätten des Franz-Sales-Hauses mit Gärtnerei an der Dahlhauser Straße.

Auf ca. 15 ha Fläche werden Getreide, Gemüse, Futter und Kartoffeln angebaut. Über 35 unterschiedliche Gemüsesorten wachsen im Freiland oder in den 4 Folienhäusern. In der Landwirtschaft und im Gemüsebau arbeiten rund 20 Beschäftigte, die von dem Landwirtschaftsmeister und dem Gemüsebaumeister angeleitet werden. Die Tiere nutzen ca. 12 ha Grünland als Weide. Es werden eine Mutterkuhherde mit ca. 16 Kühen und ihren Kälbern sowie einen Zuchtbullen gehalten. Frische Eier produzieren unsere ca. 260 Legehennen. Außerdem befinden sich Ponys, Kaninchen, Minischweine, eine Katze und ein Hund auf dem Hof, der heute von Andreas Martens geleitet wird.

Zum Schluss seines Vortrages berichtete der Vorsitzende Christian Schlich vom Klosterberghof als „Wintersportparadies“. Denn die steilen Weide- und Wiesenflächen längs der Straße Weg am Berge wurden früher (wie heute) gerne bei Schneelagen zum Rodeln oder Skifahren genutzt und haben die Horster und Eiberger Kinder beglückt.

( Neues Foto: co. Harald Vollmer)

Klosterberghof um 1930   Der Klosterberghof heute

Nov.
25

Enthüllung der geschichtlichen Informationstafel am Hof Feldmann (Groote)

25.11.2017

Nachdem Bauer Grümer mit dem Erdbohrer den Graben für das Fundament ausgehoben hatte und somit die idealen Bedingungen für die weiteren Arbeiten geschaffen hatte, begann anderntags das langen Warten auf die Anlieferung der Geschichtstafel mit dem frisch verzinkten Gestell. Dann ging es schnell.

Während die Geschichtstafel an das Gestell geschraubt und verhüllt wurde, erhielt gleichzeitig der Graben für das Gestell zum Ausbetonieren die richtige Form.  Beim Einbetonieren half auch die Wasserwaage für den richtigen Stand. Nachdem der Beton ausgehärtet war, wurde das Umfeld mit dem vielen Erdaushub noch in Ordnung gebracht, und auf versteckte Abflussleitungen geachtet. Für den sicheren Tritt wurden abschließend noch Bodenplatten eingebracht. So konnten am folgenden Tag die Gäste für die feierliche Enthüllung der neuen Geschichtstafel empfangen werden.

Da sich der Vorsitzende auf einer Dienstreise befand, begrüßte sein Stellvertreter die erfreulich zahlreich erschienen Gäste sowie die Ehrengäste von der Bezirksvertretung, vom Steeler Archiv, der Eigentümerin des Hofes Frau Paulus, der in der Nachbarschaft beheimateten Horst/Eiberger Union und der Presse (Redakteure und Pressefotografen). Radio Essen hatte sich aus terminlichen Gründen entschuldigen lassen.

Der Stellvertretende Vorsitzende erklärte in der folgenden Ansprache den Anwesenden, warum dieser Ort bei den Schirnbecker Teichen Nr.15 eine Geschichtstafel wert sei. Er wies auf die Geschichte des Hofes Feldmann mit den archäologischen Funden hin, die bis in die Jungsteinzeit reichten. In dem hier an der Fachwerkscheune angebauten Pferdegöpel sei einst durch den Rundlauf eines Pferdes über eine Zahnradübertragung eine benachbarte Dreschmaschine betrieben worden. Heute sei sie noch ein Zeichen landwirtschaftlicher Technikgeschichte und diene jetzt als Ponystall. Auch die heimische Bergbaugeschichte mit dem ehemaligen Mecklingsbänker Erbstollen sei hier interessant und wurde kurz angesprochen.

Herr Bürgermeister Gerd Hampel enthüllte dann unter Assistenz des Schülers Jan Schubert die Geschichtstafel und übergab sie der Öffentlichkeit.

(alle Fotos: H.Vollmer)

Vorbereitung des Aufstellungsortes durch die Fa.Leuschner  Anbringen der Infotafel am Rahmen  Einbetonieren der kompletten Infotafel  Gregor Heinrichs erläutert den Anwesenden die Funktion eines Göpels   Gregor Heinrichs vor der noch verhüllten Infotafel  Die zahlreichen Besucher bei der Enthüllung der Infotafel  Gregor Heinrichs, Bezirksbürgermeister Gerd Hampel und Jan Schubert an der enthüllten Tafel  So sieht die Infotafel aus

Nov.
19

Totengedenken am Friedensbildstock mit Pater Becker

19.11.2017

Für den Volkstrauertag 2017 hatte der Heimatgeschichtskreis wieder zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt zum Eiberger Friedensbildstock eingeladen.

Der stellvertretende Vorsitzende begrüßte die Teilnehmer und wies auf die große Symbolkraft des Friedensbildstocks hin, der etwa an der Stelle steht, wo einst das erste Eiberger Gotteshaus auch als Erinnerung an das Unheil des Ersten Weltkrieges geplant war. Der Bildstock trägt die Inschrift: „Als Mahnung für den Frieden“ und zeigt Christus am Kreuz, wie er Maria und Johannes den Auftrag gibt, für einander da zu sein, das Füreinander als tragfähige Grundlage für Frieden. Die dort unten abgebildete Friedenstaube trägt als Siegessymbol Eichenlaub im Schnabel und mahnt, für den Frieden etwas zu tun und dem Frieden zum Sieg zu verhelfen. Die Jahreszahlen vom Beginn des Ersten und Beginn des Zweiten Weltkrieges ermahnen den Betrachter, schon auf die Anfänge eines drohenden Unheils aufzupassen. 

Nach der sehr einfühlsamen anschließenden Andacht von Herrn Pater Becker aus Eiberg wurde ein Kranz zum Gedenken an die Kriegs- und Gewaltopfer niedergelegt. Aber auch an die Verstorbenen aus unseren Reihen wurde gedacht.

(Fotos: Corneel Voigt (3); Dieter Eilmes (2)

Totengedenken mit Pater Becker   Vor der Kranzniederlegung   Kranzniederlegung durch Tobias Sies   Bildstock mit Kranz   Kranz, Nahansicht

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Quelle: http://eiberg-heimatgeschichtskreis.de/