Impressionen aus Eiberg
Nov.
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Die Ermordung von Erzbischof Engelbert vor 800 Jahren und seine Auswirkungen auf unsere Heimat (1225)

13.11.2025

Ein quasi „Cold-Case“ beschäftigte an diesem Vortragsabend die Besucher, denn Referent C. Schlich berichtete über die Hintergründe und die überlieferten Quellen der Mordtat an Erzbischof Engelbert von Köln am 7. November 1225. Noch heute gibt der Mord und seine Ausführung sowie sein Anlass Rätsel auf. War es kaltblütiger Mord oder eher eine missglückte Entführung, die außer Kontrolle geriet. Eins ist jedoch gewiss, nämlich das Machtstreben verschiedener Parteien unserer Heimat, allen voran der Graf Friedrich von Isenberg als Vogt und Schutzherr des Damenstiftes Essen, die Äbtissin Adelheid von Essen selbst und der Erzbischof Engelbert von Köln, der ein Onkel 2. Grades von Friedrich war. Jeder dieser Parteien war darauf bedacht seinen Einfluss in der Region zu stärken, auszubauen und zu halten. Dazu war dann wohl jedes Mittel recht, von Mord, Entführung, Urkundenfälschung und das Verwehren einer Erbschaft mit Waffengewalt.

Der grausige Mord mit mehr als 40 Hieb- und Stichverletzungen bei Gevelsberg wurde erst ein Jahr später in Köln gesühnt, als Graf Friedrich von Isenberg 1226 in Lüttich erkannt, gefangen genommen und gegen ein Kopfgeld an dem neuen Erzbischof von Köln ausgeliefert wurde. Nach kurzem Prozess wurde die schädlichste Strafe verhängt, die man dafür vorsah: das Hinrichten mit dem Rad. So starb Graf Friedrich erbärmlich vor dem Severinstor in Köln. Sein Körper wurde auf ein Rad geflochten und auf einer Säule den Vögel zum Fraß überlassen.

In der Folge dieser Mordwirren gelang es der Äbtissin sich gegenüber den Erzbischöfen von Köln durchzusetzen und ihr reichunmittelbares Stiftsterritorium gegen deren Vereinnahmung zu schützen. Den Erzbischöfen von Köln gelang es nicht, ihr Territorium Richtung Westfalen auszubauen und wurden 1288 in der Schlacht bei Worringen entscheidend geschlagen. Wesentlicher Profiteur der Mordwirren war der Vetter des Übeltäters, Adolf von der Mark, dem es gelang, weite Teile der alten Isenburgischen Besitzungen an sich zu bringen und somit die Grafschaft Mark entscheidend zu vergrößern. Der Sohn Friedrichs, Dietrich von Isenberg, gelang es 1243 in einem Vergleich mit Adolf von der Mark, einige väterliche Erbgüter wieder an sich zu bringen. Er legte seinen bisherigen Namen ab und nannte sich Dietrich von Limburg nach der Burg Hohenlimburg bei Hagen. Eine offizielle Heiligsprechung von Engelbert durch den Papst kam nicht zustande. Man hatte gleich nach seinem Tode seine Vita niedergeschrieben und seinen Tod als Martyrium dargestellt. Dennoch wird Engelbert als Lokalheiliger im Bistum Köln und einigen andren Orten verehrt.

Fotos: Archiv HGK Eiberg

Erzbischof Engelbert im Kölner Dom   Eine künstlerische Darstellung der Mordtat: Erzbischof Engelbert I. von Köln versucht, seinen Angreifern im Hohlweg am Gevelsberg zu entkommen. Wandgemälde von Claus Meyer im Rittersaal von Schloss Burg, 1900.

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Quelle: http://eiberg-heimatgeschichtskreis.de/blog/267/die+ermordung+von+erzbischof+engelbert+vor+800+jahren+und+seine+auswirkungen+auf+unsere+heimat+(1225)