Impressionen aus Eiberg
Apr.
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125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Horst Eiberg – Das Feuerlöschwesen unserer Heimat

16.04.2026

In seinem Vortrag ging der Referent zunächst auf die Entstehung und Entwicklung des Feuerlöschwesens in Horst und Eiberg vor der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr ein, denn den brennenden Höfen und Ortschaften stand damals ein äußerst primitives Löschwesen entgegen. Leitern, Einreiß-Haken und Ledereimer zum Wasserschöpfen waren lange Zeit die einzigen Löschgeräte, die man sich bedienen musste. Dem entsprechend schlecht waren die Erfolgsquoten. Feuerspritzen kamen erst im 15./16. Jahrhundert auf, waren aber für viele Gemeinden kaum erschwinglich und in der Fläche nicht verfügbar. Erst seit dem 18. Jahrhundert kümmerte sich der Preußische König in seiner Grafschaft Mark um ein geordnetes Löschwesen, indem Feuer-Sozietäten und Feuer-Verordnungen erlassen wurden, denn oft wurden die Höfe nach einem Brand nicht wieder aufgebaut und dem Staat entgingen Steuern. Im 19. Jahrhundert kam es nach der Bildung der Provinz Westfalen zu einer umfangreichen „Allgemeinen Feuer-Polizei-Ordnung für die Provinz Westfalen“ aus dem Jahre 1841, die 1844 auf der Ebene des Kreises Bochum weiter konkretisiert wurde. So sollte jeder Kreis ein Feuerlöschcorps bilden, das aus den Feuerlösch-Abteilungen der zugehörigen Ämter bestand. Die Abteilungen wiederum setzte sich aus Feuerlösch-Kompanien mit jeweils einer Feuerspritze zusammen. Konkrete Dokumente dazu konnten jedoch noch nicht gefunden werden. Belegt ist jedoch, dass schon 1823 in der Bauerschaft Beule beim Hause Horst auf dem dortigen Dorfplatz ein Spritzenhaus gestanden hat, wonach man auf eine vorhanden Spritze schließen darf. Die Eiberger hingegen sträubten sich lange Zeit, eine solche Feuerspritze anzuschaffen, da dies wegen notorischem Wassermangel in den Bächen und Brunnen bedingt durch den Bergbau keine Sinn ergeben würde. Erst 1882 schaffte die Landgemeinde Eiberg schließlich nach langem Drängen der Behörden eine Spritze an, die zunächst beim Schmied Storp in Nordosten der Gemeinde bei Stalleiken untergebracht war. 1888 baute man schließlich ein Spritzenhaus an der Schirnbecker Teiche, um diese zentraler in der Gemeinde vorzuhalten.

Zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Horst kam es erst am 25. April 1901, nachdem 1898 eine damals beliebte Gaststätte mit Saal von Bernhard Hackmann gnt. Rustikus an der Dahlhauser Straße abbrannte. Dabei verlor die 1881 gegründete Turngemeinschaft der Märkischen Gemeinden (MTG) ihre Sportgeräte, Vereinsfahnen und Pokale. Zuvor hatte die Gemeinde Horst bereits ein neues, massives Spritzenhaus an der sogenannten „Freibank“ (in der Nähe der Bahnunterführung an der Horster Straße) errichten lassen, das später noch durch einen Steigeturm ergänzt wurde. In Eiberg wurde durch Ortstatut des Amtes Königssteele aus dem Jahre 1906 zuerst 1907 eine Brandwehr verpflichtend aufgestellt, die erst am 1. April 1911 in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt wurde. Damals waren die Freiwilligen Bürger-Feuerwehren keine kommunalen Einrichtungen in dem Sinne sondern ein Verein mit Satzung, der innerhalb der Brandwehr einen Sonderstatus hatte. Vielfach waren daher die kommunalen Brandwehren identisch mit der Freiwilligen Feuerwehr, da es keiner Verpflichtung weitere Bürger bedürfte. Die Gemeinden unterstützen deshalb die Freiwilligen Feuerwehren bei ihrer Ausstattungen aus Steuermitteln, während die Spritzenhäuser durch diese errichtet wurden. So in Eiberg im Jahre 1912 am Schultenweg 84.

Durch die vielen kommunalen Umbrüche und Verschmelzungen gingen die damaligen Freiwilligen Feuerwehren von Königssteele, Horst und Eiberg 1919 in die Feuerwehr der Großgemeinde Königssteele als Löschzuge auf. 1926 bildeten sie den Löschzug II (Horst) und den Löschzug IV (Eiberg) innerhalb der Steeler Stadtfeuerwehr. Nach der Eingemeindung Steeles nach Essen im Jahre 1929 waren die beiden Löschzüge Teil des Kreisfeuerwehrverbandes Essen, wurde aber am 16. Juli 1932 wegen notwendiger Einsparungsmaßnahmen der Stadt Essen zu einem Löschzug Horst-Eiberg zusammengelegt und ab 1934 als Halblöschzug 13 im Löschverband Steele geführt. All die Jahre löschte man immer noch mit einer handbetriebenen Feuerspritze, die teilweise von den Mannschaften selbst gezogen werden musste. Auch während des 2. Weltkrieges ändert sich dies nicht, jedoch wurden immer mehr Mitglieder zum Kriegs- oder Arbeitsdienst herangezogen, sodass teilweise Jugendliche der Hitlerjugend zwangsweise den Brandschutz sicherstellen mussten.

Es sollte noch bis 1958 dauern, bevor das erste motorisierte Feuerwehrfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Horst-Eiberg zur Verfügung gestellt wurde. Angesichts der lange Zeit spärlichen Ausstattung ist es kaum verwunderlich, dass die seit 1962 als Löschgruppe 4 der Freiwilligen Feuerwehr Essen firmende Truppe nur wenig zu Einsätzen gerufen wurde. Doch mit dem neuen Fahrzeug änderte es sich allmählich. Auch die Ausbildungen wurden fortwährend professioneller und vielseitiger. Erst 1983 konnte die Löschgruppe eine eigene Unterkunft mit Toilettenlagen und Schulungsraum in Betrieb nehmen. Vordem fanden die Schulungen in Privat- bzw. Schulräumen statt. Eine sachgerechte Unterbringung der Fahrzeuge in einer Garage erfolgte 1987. Schließlich kamen im Laufe der Zeit neuere und weitere Fahrzeuge dazu, so dass die Löschgruppe heute zwei Löschfahrzeuge und ein Mannschaftstranssportfahrzeug am Gerätehaus vorhält. Neben den inzwischen vielen Einsätzen im Ausrückbezirk sowie im Stadtgebiet Essen ist die Löschgruppe auch vermehrt überörtlich bei Großeinsätzen -  auch außerhalb von NRW  - eingesetzt worden. Seit 1996 unterhält die Freiwillige Feuerwehr Horst-Eiberg eine Jugendfeuerwehrgruppe, die mit gutem Erfolg für einen Großteil des erforderlichen Nachwuchses sorgt.

Fotos: Sammlung HGK Eiberg

FF Horst-Ruhr 1911  FF Eiberg um 1930  Standorte Eiberger Feuerspritze 1882 - 1912 Karte 1894

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Quelle: http://eiberg-heimatgeschichtskreis.de/blog/273/125+jahre+freiwillige+feuerwehr+horst+eiberg+%E2%80%93+das+feuerloeschwesen+unserer+heimat