Winterimpressionen aus Eiberg

Der Klosterberghof in Horst

Hof Klosterberg in Horst

Der Horster Hof Klosterberg grenzt unmittelbar südlich an die Bauerschaft Eiberg. Der Name Klosterberg deutet auf den Besitzer des Bergrückens hin, auf dem der Hof steht. Vermutlich handelt es sich bei dem „Kloster“ um die alte Benediktiner-Abtei Werden, die im Mittelalter im Essen-Bochumer-Raum stark begütert war. Seine erste Erwähnung wurde bislang immer mit dem Jahr 1319 angegeben, als sich die drei Brüder Engelbrecht, Gerhard und Hugo von der Horst das Erbe ihres Vaters mit dem Erbe auseinander setzten.

Doch nach den Recherchen von Christian Schlich gibt es eine ältere Urkunde aus dem Jahre 1289, die den Hof 30 Jahre älter werden lässt. Wie so oft im Mittelalter ging es inhaltlich in der Urkunde um die Beilegung eines Rechtsstreites, der zwischen der Witwe des Tilmann von Closterberge und dem Edelherrn Dietrich von Volmestein (1237 – ca. 1324) wegen eines Ackers im „Ulendale“ (Uhlental = Eulental) geführt wurde.  Man einigte sich darauf, dass der Acker wieder an den Hof Bockholt in Eiberg zurückgegeben wurde, den Tilmann irrtümlich wohl besessen bzw. bewirtschaftet hatte. Mit dieser Urkunde ist der Hof bereits über 725 Jahre landwirtschaftlicher Standort.

Später besaßen die Ritter von Horst den Hof zum Lehen, sodass der Hof in deren Machteinflussbereich gelangte. So bauten die Ritter schließlich eine kleine „Herrlichkeit“ auf, das sogenannte Gericht Horst, im dem sie auch Recht sprechen durften, was damals eigentlich nur den Grafen und Vögten vorbehalten war. Im Zuge dessen gelangten die Bauern des Hofes Klosterberg zu höherem Ansehen, indem sie zu Richtern des Horster Gerichtes aufstiegen.

Auch in den folgenden Jahrhunderten waren die Aufsitzer des Hofes angesehene und wohlhabende Persönlichkeiten. So wunderte es nicht, dass sie 1518 als Kirchmeister der Pfarrei St. Laurentius in Steele erwähnt werden und 1559 die finanziellen Schwierigkeiten ihrer damaligen Grundherrin, der Witwe Anna von Schüren (geb. von Diepholz) auf Haus Horst, ausnutzten, um sich aus der bis dahin üblichen Eigenhörigkeit frei zu kaufen, sodass er freie Mann auf seiner Scholle wurde. Doch sollte der Glanz nicht immer anhalten. Die männliche Linie der Klosterbergs starb zu Endes des 18. Jahrhunderts aus. Die Erbtochter heiratete einen Sohn aus einem Eiberger Hof namens Johann Dietrich Friedrichs. Dieser brachte viel Geld mit in die Ehe und konnte 1812 eine inzwischen auf 3.775 Brabanter Krontaler angestiegene Schuldenlast abstoßen. Er nannte sich gewohnheitsgemäß Friedrichs genannt Klosterberg. Seine Erben verstanden jedoch nicht zu wirtschaften. Besonders der 1841 geborene Heinrich Friedrichs gnt. Klosterberg lebte ein gutes Leben. Er war Kreistags- und Landtagsverordneter und kümmerte sich wenig um den Besitz. Als der Hof wegen Überschuldung 1882 veräußert werden musste, verschwand er in der Welt. Man hörte nie wieder etwas von ihm.

Den Hof erwarb um 1890 der Horster Landwirt Theodor Tosse aus Beule und vermachte ihn 1902 seiner Schwester, die den Bauern Köllmann in den Fünf Höfen geheiratet hatte. Zuletzt führte deren Sohn Heinrich Köllmann den Hof, der damals 113 Morgen groß war.

1939 übernahm das 1884 gegründete Franz-Sales-Haus an der Steeler Straße den Klosterberghof als Betriebsstätte. Die landwirtschaftliche Leitung des Hofes übte lange Jahre Landwirt Peter Wermelskirchen aus. Später wurde Willi Stegemann Pächter des Hofes. Ihm folgten einige andere Landwirte, bis der junge Agraringenieur Christian Goerdt auf dem Klosterberghof seine erste Festanstellung bekam und den Hofbetrieb 1992 auf ökologischen Anbau umstellte.

Seit 25 Jahren führt der Hof nun das Prädikat Bioland-Betrieb mit eigenem Hofladen. Auf den landwirtschaftlichen Flächen entstanden außerdem die Werkstätten des Franz-Sales-Hauses mit Gärtnerei an der Dahlhauser Straße. Auf ca. 15 ha Fläche werden Getreide, Gemüse, Futter und Kartoffeln angebaut. Über 35 unterschiedliche Gemüsesorten wachsen im Freiland oder in den 4 Folienhäusern. In der Landwirtschaft und im Gemüsebau arbeiten rund 20 Beschäftigte, die von dem Landwirtschaftsmeister und dem Gemüsebaumeister angeleitet werden. Die Tiere nutzen ca. 12 ha Grünland als Weide. Es werden eine Mutterkuhherde mit ca. 16 Kühen und ihren Kälbern sowie einen Zuchtbullen gehalten. Frische Eier produzieren unsere ca. 260 Legehennen. Außerdem befinden sich Ponys, Kaninchen, Minischweine, eine Katze und ein Hund auf dem Hof, der heute von Andreas Martens geleitet wird.

Der Heimatgeschichtskreis Eiberg besuchte in 2014 die Franz-Sales Gärtnerei und hielt 2017 einen Vortrag über den Klosterberghof. Auch erschien ein Artikel darüber in der WAZ.

(Neues Foto: H.Vollmer)

Klosterberghof um 1930  Klosterberghof 2013  Klosterberghof 2013

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Quelle: http://eiberg-heimatgeschichtskreis.de/page/23/der+klosterberghof+in+horst