Impressionen aus Eiberg
Okt.
09

Einweihung der 14. Denkmaltafel

09.10.2021

Am 9. Oktober 2021 konnte die 14. Denkmaltafel des Eiberger Denkmalpfades der Öffentlichkeit übergeben werden. Die neue Tafel beschreibt die Geschichte der ehemaligen Evangelischen Eibergschule, die 1900 gebaut und bis 1966 als Schule genutzt wurde. Danach diente sie längere Zeit als

Betriebshof für ein Gartenbauunternehmen, bis sie schließlich Ende Oktober 1998 abgerissen wurde und mit drei Wohngebäuden bebaut wurde.

Geprägt wurde die Schule zunächst von Lehrer Friedrich Georg Wegmann, nach dem auch die angrenzende Straße benannt wurde. Als dieser zum Konrektor der Haferfeldschule aufstieg, übernahm der Lehrer Karl Winzer die Leitung der Schule. Dieser war leidenschaftlicher Fotograf und Filmvorführer und setzte diese Techniken schon früh im Unterricht ein.

An der Einweihung nahmen Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter des Essener Stadtrates und der Bezirksvertretung Steele-Kray teil, die das Projekt wohlwollend gefördert hat. Als besonderen Gast konnte der Vorsitzende Christian Schlich den Sohn des Lehrer Winzer begrüßen, der selbst Schüler dieser Schule war und die Tafel mit einigen Schulkindern enthüllen konnte.

(Fotos: H.Vollmer)

Aufstellung Tafel 14    Animation der Enthüllung   Aufstellung Tafel 14 - 3   Aufstellung Tafel 14 - 4

Okt.
08

Zur Geschichte der Kirche Hl. Dreifaltigkeit

08.10.2021

Bei der gut besuchten Veranstaltung zeigte Referent Dieter Eilmes einige animierte Bilderserien zur Entstehung des Kirchgebäudes und dessen Einweihung 1958, des Festgottesdienstes zum 50. Bestehen in 2008 und des letzten Abschlussgottesdienstes vor der Profanisierung in 2009 mit Prozession zur Mutterpfarrei St. Joseph.

Ebenso wurde das vielfältige, gesellschaftliche Leben der Pfarrei aufgezeigt. Das Bildmaterial wurde mit freundlicher Unterstützung aus dem Nachlass des verstorbenen Heimatfreundes Kaus Hermsen verwendet.

Bereits am 06.November 2015 wurde vom Heimatgeschichtskreis Eiberg eine Gedenktafel aufgestellt. Bericht dazu siehe hier). Und auch im Bereich "Wissenswertes" findet man Informationen über diese Kirche.

(Fotos: Archiv C.Schlich (2) und C.Schlich)

Innenraum der Kirche 1958   Kirche Hl.Dreifaltigkeit um 1960   Interessierte Besucher beim Vortrag

 

Sep.
02

Kappes aus Eiberg - Zur Geschichte der Essig - und Sauerkrautfabrik Schulte-Bockholt & Werwer

02.09.2021

In einem überaus gut besuchten Heimatabend nach langer Coronapause berichtete Christian Schlich über die Geschichte der ehemaligen Essig- und Sauerkrautfabrik Schulte-Bockholt & Werwer. Dabei skizzierte er kurz die Geschichte des Hofes Bockholt und ging auf die Zeit ein, in der der Hof lange Jahre an die Familie Kremerskothen verpachtet war und einer der Nachkommen namens Franz sen. zunächst in Bochum-Werne als Ökonom tätig war und dann die Erbtochter des Gutes „Am Kaiser“ in Düsseldorf-Heerdt heiratete.Die Söhne aus der Ehe wuchsen dort auf und gingen in Neuss zur Schule. Mitschüler waren die Brüder Frings, dessen Vater in Aachen eine Essigfabrik gegründet hatte. Aber auch in der Nähe des Hofes „Am Kaiser“ eröffnete 1862 die erste Deutsche Sauerkrautfabrik des Landwirtes Leuchtenberg, die schnell aufblühte und sogar das Sauerkraut ins Ausland exportierte. Dies mag dazu geführt haben, dass Franz Schulte-Bockholt jun. sich früh für diesen Produktionszweige interessiert hat. Als er 1902 als 26jähriger Junggeselle den Ahnhof seiner Familie in Eiberg wieder selbst bewirtschaftete, entschloss es sich, auch in Eiberg eine Essig- und Sauerkrautfabrik zu gründen. Als Kompagnon nahm er seinen Vetter, den Kaufmann Heinrich Werwer. Bereits 1904 erwarb er von der Gewerkschaft der Zeche Ewald in Herten, die die Zeche Eiberg im gleichen Jahr aufgekauft hatte, ein Grundstück an der damaligen Jakobstraße (heute Weg am Berge). 1906 wurde die Fabrikhalle errichtet und der Betrieb aufgenommen. Für das nötige Know How stellte man als Fabrikmeister Johann Rommerskirchen ein, der vom Niederrhein kam und sein Handwerk gut verstand. Zu der Fabrik gehörten rund 9 Stammmitarbeiter sowie 12-15 Saisonarbeitskräfte.

Für das Ausgangsprodukt baute Bockholt selbst Weißkohl (Kappes) an, animierte aber auch benachbarte Höfe, es ihm gleich zu tun. Später wurde der Kohl auch vom Niederrhein und Schleswig-Holstein antransportiert. So manch Eiberger hat so am Bahnübergang einen Kohlkopf abbekommen, wenn die schwerbeladenen LKW schwankend über die Gleise fuhren und sich der ein oder andere Kohl in Bewegung setzte. Im 2. Weltkrieg mussten einige Zivilgefangene aus Holland und Osteuropa in der Fabrik arbeiten, die im „Lager Eiberg“ auf dem ehemaligen Zechengelände in Baracken untergebracht waren. Nach dem Krieg wurden noch moderne Schneidemaschinen angeschafft und die Produktion deutlich erhöht. Einer der letzten Geschäftsführer, Heinrich Teigelack, konnte sogar 1965 sein 50. Betriebsjubiläum feiern, war er bereits mit 14 Jahren in das Unternehmen eingetreten. Als Belobigung erhielt er einen 10%igen Unternehmensanteil. Doch der Konkurrenzkampf war härter geworden, so dass man sich 1966 entschloss, das Unternehmen aufzugeben.

60 Jahre Verarbeitung von Weißkohl hat dann auch dazu geführt, dass man scherzhaft von „Kappes-Eiberg“ sprach, war doch die Fabrik lange Zeit auch einer der größten Unternehmungen in Eiberg. Nach verschiedenen Zwischennutzungen als Lager und Metallverwertungsbetrieb wurde die „Kappsfabrik“, wie sie oft genannt wurde, 1985 abgerissen und mit Einfamilienhäusern bebaut.

Zur Erinnerung an die Geschichte der Essig- und Sauerkrautfabrik hat der HGK Eiberg am 20.03.2021 eine Gedenktafel aufgestellt.

(Fotos: C.Schlich & Archiv HGK Eiberg)

Kappesfabrik um 1984  Weg am Berge Sauerkrautfabrik um 1955  Kappsfabrik

Aug.
07

Schnadegang durch Eiberg

07.08.2021

Nach langer Corona-Zwangspause startete der Heimatgeschichtskreis Eiberg wieder seine Veranstaltungen mit dem beliebten "Schnadegang", einer geschichtlichen Wanderung um und durch Eiberg mit geschichtlichen Informationen.

Bei gutem Wetter kamen über 25 Interessierte zum Startpunkt an der ehemaligen Eiberger Kirche und folgten Gregor Heinrichs auf der Wanderung, die sich dem Thema der Eiberger Bäche widmete.

So ging es zunächst über den Schultenweg am Hof Drenhaus (Grümer) vorbei zur "Mecklenbecke", die ihr Wasser in Höntrop an der Zollstraße sammelt und längs der Bahnlinie verläuft. Die Mecklenbecke, was so viel wie "großer Bach" bedeutet, war zudem vielfacher Namensgeber, so u.a. in der Landwirtschaft für den Hof Schulte-Mecklenbeck, als Straßenbezeichnung "In der Mecklenbeck" in Höntrop und im Bergbau als Bezeichnung von Stollenbetrieben im 18. und 19. Jahrhundert wie Mecklingsbank und Mecklingsbänker Erbstollen. Von dort aus führte die Wanderung durch das Hosiepen und an der ehemaligen Mariannenbahn vorbei hinauf nach Obereiberg zur Quelle der "Eibecke" in der Nähe des Hofes Hinderfeld (Heinrichs), die nach Dahlhausen zur Ruhr fließt. Dann begaben sich die Wanderer über den durch Regen stark ausgespülten Uhlendahlweg entlang der "Uhlendahlbecke" wieder ins Tal der Mecklenbecke. Nur unweit des ehemaligen Uhlendahlkotten mündet die "Mecklenbecke" heute in den "Eibergbach", der sein Wasser im Bereich der Imandtstraße sammelt und die historische Grenze zwischen Horst und Eiberg bildet. Der "Eibergbach", der den eigentlichen Bachnamen "Mecklenbeck" verdrängt hat, ist keine historische Bachbezeichnung im eigentlichen Sinne, sondern schlich sich beginnend ab 1900 als eine verwaltungstechnische Bezeichnung ein und ist heute die amtliche Bachbezeichnung.

Nach zwei Stunden erreichte die Wandergruppe über das sogenannte "Uhlennest" und die Wegmannstraße wieder den Ausgangspunkt mit interessanten Einblicken zur Historie von Eiberg, wobei sie gleich zweimal die Grenze zwischen Rheinland und Westfalen überschritt. Auch das Thema Hochwasser und Überschwemmungen in unserer Heimat sorgte angesichts des Gewässerthemas für Gesprächsstoff während der Wanderung.

Die WAZ Wattenscheid berichtete in ihrer Ausgabe vom 09.08. über diesen Schnadegang.

Mär.
20

Aufstellung der 13. Denkmaltafel

20.03.2021

Aufgrund der Corona-Einschränkungen konnten Vertreter des Vorstandes eine weitere Denkmaltafel an der Straße „Weg am Berge 12“ anbringen und so öffentlich zugänglich machen. Die sonst übliche öffentliche Vorstellung musste unterbleiben. Die von der Bezirksvertretung Steele-Kray geförderte Tafel ergänzt den Eiberger Denkmalpfad an einer traditionsreichen Stelle des gewerblichen Lebens in Eiberg. Die inzwischen 13. Denkmaltafel thematisiert die Geschichte des ehemaligen Essig- und Sauerkrautfabrik Schulte-Bockholt & Werwer GmbH , die 60 Jahre in Eiberg bestanden hat und dem Ortsteil den Spitznamen „Kappes-Eiberg“ einbrachte, da für die Sauerkrautherstellung der Weißkohl - auch Kappes genannt- benötigt und angeliefert wurde.

Ebenso erinnert die Tafel an den Bau der alten Bergisch-Märkischen-Eisenbahnlinie von Duisburg nach Witten, die am 1. März 1862 ihren Betrieb aufnahm und die damalige Landgemeinde Eiberg zerschnitt. 1871 entstand der Gleisanschluss der Zeche Jakob (später Zeche Eiberg), der unmittelbar an der Denkmaltafel vorbei in Richtung „Hobestatt“ verlief. Als die Zeche Eiberg 1904 verkauft und 1914 stillgelegt wurde, mussten viele Bergleute auf anderen Zechen im Ruhrgebiet arbeiten. Damit diese mit dem Zug dorthin gelangen konnten, richtete man am Bahnübergang „Weg am Berge“ einen provisorischen Bahnhof bis ca. 1924 ein, der als Vorläufer des jetzigen Haltepunktes Essen-Eiberg angesehen werden kann. Erst vor dem 2. Weltkrieg wurde am Bahnübergang ein Schrankenwärterhaus errichtet, das bis 1978 betrieben und durch eine automatische Schrankenanlage ersetzt wurde.

Über die Anbringung freute sich besonders Marlies Heising mit ihrem Mann Heinz, die zufällig vorbei spazierten und als erste die Tafel in Augenschein nehmen konnten. Ihr Vater Heinrich Teigelack war langjähriger Geschäftsführer und schließlich auch Miteigentümer der Fabrik.

Ein Bericht über die Tafelaufstellung ist auch im Lokalkompass Essen-Steele sowie im Pressespiegel nachzulesen.

(Fotos: D.Eilmes & Sammlung HGK Eiberg)

Luftaufnahme der Fabrik 1956   Betriebsleiter und Miteigentümer Heinrich Teigelack (Mitte) mit Belegschaft 1965   Über die neue Tafel freuen sich: v.l. Vorstandsmitglieder Tobias Sies, Mario Schlich, Christian Schlich (Vorsitzender) sowie Marlies Heising mit ihrem Mann Heinz, Tochter des ehemaligen Geschäftsführer und Miteigentümers Heinrich Teigelack   Tafelansicht

 

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Quelle: http://eiberg-heimatgeschichtskreis.de/